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Veranstaltungen

Themenschwerpunkt Frühjahr Sommer 2017

Afrika

Die Vorlesungen sind öffentlich. Jedermann ist willkommen.
Ort: Vortragssaal, Gemeindestrasse 27, 8032 Zürich

PROGRAMMÜBERSICHT
 

 

 Skizze eines San vom Schöpfungsmythos (Ausschnitt)

  

Ein San – oder Kua, wie sich die Buschmänner selber nennen – aus der Siedlung Puduhudu am Rande der Kalahari war gerne bereit, einen der Schöpfungsmythen aus dem reichen Schatz ihrer Geschichten mitzuteilen. Er erläuterte die Erzählung, indem er die wichtigsten Figuren mit einem Filzstift sorgfältig auf ein Blatt Papier skizzierte (Die Abbildung zeigt einen Bildausschnitt mit Sonne, Mond und Sternen, dazwischen die Biene).

Der Mythos beschreibt in Bildern die Entstehung der Welt und von allem, was sich darin befindet. Darüber hinaus beschreibt er aber auch die Entwicklung zum Bewusstsein und die grundsätzliche Wirkungsweise der Schöpfungskräfte, die zur Entstehung dieser Welt geführt hatten. Dazu gehören sowohl die Kreativität als auch ihr Gegensatz, die Destruktivität. Das Ziel ist von allem Anfang an die Vereinigung von Sonne und Mond, von Hell und Dunkel, von Tag und Nacht, und das Verbinden von Rationalem und Irrationalem, vom Bewusstsein mit dem Unbewussten. Das vereinigende Prinzip ist die Biene, die zwischen den Gegensätzen vermittelt. Der Schöpfungsmythos der Kua verlangt zwar Amplifikationen aus der Welt der Kalahari, vermittelt aber ein allgemein gültiges Bild des Schöpfungsgeschehens.

Eintritt: Fr. 20, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     
 

Alphidus, das Schatzhaus der Weisheit betretend. Aurora consurgens, Zentralbibliothek Zürich, Codex Rhenoviensis.

  

Marie-Louise von Franz hat den alchemistischen Traktat „Aurora Consurgens“ (aufsteigende Morgenröte) zunächst übersetzt, dann aber – auf Anregung von C.G. Jung – einen ausführlichen psychologischen Kommentar dazu geschrieben. Beide, Text und Kommentar sind als dritter Band von „Mysterium Coniunctionis“ erschienen. Die „Aurora Consurgens“ ist ein dem Thomas von Aquin (1225-1274) zugeschriebenes Werk. Der visionäre Text soll die letzten Worte dieses grossen mittelalterlichen Gelehrten enthalten. Marie-Louise von Franz geht davon aus, dass es die Antwort ist auf eine erschütternde seelische Erfahrung, die er kurz vor seinem Tode gemacht hat.

Kosten: Fr. 30 pro Sitzung

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Im Moment können keine neuen Teilnehmer aufgenommen werden. Auskunft: Regine Schweizer-Vüllers per
e-mail reschweizer@bluewin.ch oder
telefonisch 044 392 05 51.

     
    

Wir zeigen Ausschnitte aus dem Film von Peter Baynes über die Afrika Expedition von C.G. Jung (Oktober 1925 bis März 1926) und lesen Texte aus den Erinnerungen und aus anderen Werken, welche Jungs Erfahrungen in Afrika beschreiben.

Die Reise führte C.G. Jung, H.G. (Peter) Bayes, George Beckwith und die unter spannenden Umständen später dazu gestossene Ruth Bailey von Mombasa nach Nairobi und von dort mit der Ugandabahn zum Mount Elgon, in die Grenzregion von Uganda und Kenia. Hier blieben sie drei Wochen in einem Camp, um die Psychologie der Elgonyi zu studieren. Dann ging es weiter zum Victoria See und dem Nil entlang über den Albert See in den Sudan und nach Ägypten.

Eintritt: Fr. 20, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     
 

 „In der Tat geht das Leben nie irgendwo anders weiter als gerade dort, wo es zum Stillstand gekommen ist.“ (C.G. Jung, Mysterium Coniunctionis, GW 14/I, § 292)

  

Aus dem Zyklus der Sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen des persischen Dichters Nizami (12. Jh.) wird die erste Erzählung besprochen.

Sie handelt von einem König, den unersättliche Sucht erfüllt, von allem zu erfahren, was Menschen nur immer erleben. Auf seinem ganz eigenen Weg erlebt er, was es heißt, saturnische Beschränkung zu erdulden, in Suspension ausgesetzt zu sein, warten zu müssen. Er wird die Erfahrung machen, dass er das letzte Geheimnis nicht mit eigener Hand ergreifen kann. Gerade diese Einschränkung wird Voraussetzung sein für die weitere Entfaltung des archetypischen Lebens in seiner ganzen Farbigkeit und Vielfalt.

Wir können uns kaum eine Entwicklung vorstellen, die ihren Ursprung nicht in irgendeiner Schwärze hätte, sei es in der chaotischen Finsternis des Nicht-Wissens oder in der Dunkelheit düsterer und schmerzlicher Lebenserfahrungen.

Quellentext:

Nizami, Die sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen. Aus dem Persischen verdeutscht und herausgegeben von Rudolf Gelpke. Manesse Verlag, Zürich 1959.

Nizami, Die Abenteuer des Königs Bahram und seiner sieben Prinzessinnen. Aus dem Persischen übertragen und herausgegeben von J.C. Bürgel. Beck Verlag, München 1997.

Der Vortrag dauert 1,5 Stunden

Eintritt: Fr. 25, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     

  

Helmut von Schach lebte von 1950 bis 2005 im südlichen Afrika. Die Faszination eines neuen wirtschaftlichen Aufbaus, der kulturelle Reichtum Südafrikas und nicht zuletzt der Reiz der noch teils ungezähmten Natur Afrikas haben seinen Lebensweg geprägt.

Afrika – eine Fata Morgana?

Gedanken und Seelenbilder einer Lebenswanderung über ein halbes Jahrhundert unter dem Kreuz des Südens. Vom Kap der guten Hoffnung bis zum 5895 Meter hohen Kiwo Krater des Kilimanjaro.

„Als mein Urgrossonkel Hermann von Wissmann 1880/82 als erster Forscher Afrika von West nach Ost, von Luanda nach Sansibar durchquerte, um die unbekannten Quellwas-ser des Kongoflusses zu erforschen, wurde die Saat zur Afrikaliebe in unserer Familie gesät. Nach dem Kriegsende 1945 – wir waren Flüchtlinge aus Ostpreussen – wander-ten wir nach Südafrika aus; ich war damals noch ein kleiner Wicht. Erst 2005 kehrten wir – erfüllt von der afrikanischen Seele – nach Europa, an den Bodensee, zurück. Damit sollte dieser besondere Lebensabschnitt enden. Über die Jahre dazwischen gibt es viel zu erzählen...“

Eintritt: Fr. 20, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     
    

“The Self is not static … it is more often represented by some moving or dancing body.”

(Marie Louise von Franz, Archetypal patterns in fairy tales, p. 65 (Toronto, Canada: Inner City Books 1997)

This journey takes us into the remote region of the Kalahari Desert that borders Botswana, Namibia and South Africa, and the territory of the San Bushman, the first people. Here we enter the realms of the unfathomable mystery of the unitary nature of spirit and matter. The San Bushman people have a differentiated sense of obedience to their basic inner being which manifests as a deep respect for and relatedness to nature, the animal, and spirit. This lecture will focus on the initiation embodied in the spiritual hunt and healing dance, and the idea of the transformation of the individual through the connection to an inner numinous god-image. This idea is amplified by considering the stages of this initiation in relation to the stages of the coniunctio as highlighted by Dorn and the psychology of C. G. Jung. As such, this ritual can be understood, psychologically, as an image of the individuation process.

Der Vortrag dauert 1,5 Stunden. The lecture held in English takes 1.5 hours.

Eintritt: Fr. 25, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     

 
Beschnittene Knaben mit einer Klapper, die das von der Vorhaut befreite Glied darstellt. Die Kalebassenringe stellen die Vorhäute dar.

 
  

Im Gespräch zwischen dem alten Dogon Jäger Ogotemmeli (aus Mali) und dem französischen Ethnologen Marcel Griaule (1947) hören wir eindrückliche Vorstellungen zur symbolischen Bedeutung der Beschneidung der Knaben und Mädchen in der Pubertät in Westafrika.

Kinder haben beide Geschlechter in sich, sind gleichsam zwitterhaft und müssen beim erwachsen werden ihr eigentliches Geschlecht bekommen. Sie werden „bearbeitet“ wie der erste Urahn, gehen durch Tod und Auferstehung. Die Beschneidung, eine Loslösung aus dem mütterlichen Ursprung, bewirkt die zweite Geburt – „der Blutfaden zur Erde“ wird durchschnitten –, jene des geistigen Menschen im Alltagsmenschen, der mit dem Unsichtbaren in religiösen Kontakt treten kann. Der junge Mensch erhält nun seinen eigenen Kopf- und seinen Körper-Altar. Der Knabe wird neu zum Maskentänzer, zum Akteur des symbolischen Lebens. Er tritt in den Mythus ein, der seinerseits auch von der Beschneidung Gottes und der Urahnen erzählt. Natur wird bearbeitet, wenn ein Quantensprung des Bewusstseins geschieht.

Wie lässt sich das mit unseren Erfahrungen verbinden? In der Analyse und allgemein der Bewusstwerdung wird der natürliche, mit dem Unbewussten vermischte oder getriebene Mensch „bearbeitet“. Jeder verstandene Traum ermöglicht eine Objektivierung, und dadurch geschieht Wandlung. Das ist wie ein partielles Opfer. C.G. Jung beschreibt dies als „Die Technik der Unterscheidung zwischen dem Ich und den Figuren des Unbewussten“ (GW 7). Man wird damit erst beziehungsfähig nach aussen und ebenso nach innen, zu den unbewussten Dominanten, und es beginnt die Kultur einer „Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten“, wie eines der Werke Jungs betitelt ist.

Der Vortrag und die Gespräche unter den Teilnehmern zielen also immer auf uns und unser Verständnis des eigenen Erwachens aus Unbewusstheit und der eigenen Begegnung mit der objektiven Psyche. Textstellen aus dem Gespräch zwischen Ogotemmeli und Griaule und Traumbeispiele aus der Praxis können gemeinsam besprochen werden.
 

Dauer: 15 - 18 Uhr (mit Pause)
Erster Teil: Vortrag
Zweiter Teil: Seminar

Eintritt: Fr. 50. Bezahlung in bar vor dem Seminar

Anmeldung: bis 22. Mai 2017 an kontakt@psychologischerclub.ch.

Maximal 20 Teilnehmer

     
    

Die Geschichte der Liebe zwischen dem Jäger Ilunga und der Regentin Lewji ist eine Gründungslegende der Bevölkerungsgruppe der Lunda. Sie handelt vom Anfang eines kulturellen Wandels in der Region des heutigen Angola, der zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert zu einer Hochblüte der Lundakultur führte. Aufgezeichnet wurde die Legende durch Henrique de Carvalho, den Kommandanten einer portugiesischen Expedition ins Lundareich im Jahr 1884.

Im Vortrag werden anhand der Symbolik der Gründungslegende die hinter der historischen Entwicklung stehenden archetypische Bilder untersucht. Über die Symbole lässt sich auch ein Bezug zu unserer Zeit und zum Individuationsprozess im Sinne von C.G. Jung herstellen.

Eintritt: Fr. 20, Studenten Fr. 15. Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     


 Foto: Andreas Schweizer

  

Im Jahre 2008 wurden von den beiden Urner Strahler Franz von Arx und Elio Müller in einer Kluft, ca. 60 Meter im Innern des Berges, riesige Kristalle von unbeschreiblicher Schönheit ans Licht gebracht. Während vielen Millionen Jahren sind diese am Planggenstock (Göscheneralp unweit des Gotthardpasses, 2600 Meter über Meer) herangewachsen. Heute sind diese Kristalle tief im Innern der Gotthardfestung zu sehen. Wir werden sie besuchen.

Das genaue Programm folgt später. Lassen Sie sich überraschen.

     
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