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Geschichte des Clubs

An der Schwelle zu einem neuen Jahrhundert
Der Psychologische Club 1916 - 2016

Vorwort des Präsidenten

Der Psychologische Club Zürich wurde 1916 durch Mr. und Mrs. McCormick-Rockefeller, Emma und Carl Gustav Jung und die um sie versammelten Zürcher Vertreter der Komplexen Psychologie gegründet. Dabei war das Clubhaus von Anfang an das wohl wichtigste Gefäss, in welchem C.G. Jung viele seiner Ideen in zahlreichen Seminaren und Vorträgen vorgelegt hatte, bevor er diese in seinen Büchern publizierte. Nach der Trennung von Sigmund Freud ist hier ein Raum entstanden, in welchem sich die Analytische Psychologie, wie sie später genannt wurde, fruchtbar und im Austausch mit Fachleuten der verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen sowie im Beisein von Analytikern und Analysanden entfalten konnte.

Zwar wurzeln C.G. Jungs Erkenntnisse tief in der Vergangenheit, ja sie reichen bis in archaische Zeiten zurück, aber gerade das macht ihren erneuernden, auf die Zukunft ausgerichteten Charakter aus. Zukünftiges wird immer auf dem Nährboden des Vergangenen erschaffen. Im Jahre 2016 feiert der Psychologische Club sein 100-jähriges Bestehen.

Die Anfänge des Clubs fallen in die Zeit, in der auch das 2009 veröffentlichte Rote Buch entstanden ist. C.G. Jung hat, wie er in einem Nachwort des Roten Buches aus dem Jahre 1959 schrieb, sechzehn Jahre an den inneren Bildern gearbeitet. Die Gründung des Psychologischen Clubs fällt darum in diese Zeit seiner tiefen, inneren Auseinandersetzung mit dem Unbewussten. C.G. Jung wollte damit einen Ort schaffen, an welchem die innere, oft einsame Arbeit an der Seele im Austausch mit andern einen Ausgleich finden kann. Der Club gab ihm die willkommene Möglichkeit, seine Forschungen und Entdeckungen mit andern zu teilen. So versteht sich der Club auch heute noch, als ein Ort, an welchem Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt ihre schöpferischen Arbeiten und Gedanken untereinander und mit einer breiteren Öffentlichkeit austauschen können. Und auch heute noch geht es dabei in erster Linie darum, dem lebendigen Geist der Psyche treu zu bleiben.

Auf die Feier des 100-jährigen Bestehens des Clubs hin haben der Vorstand und die neu gegründete Stiftung des Psychologischen Clubs das Haus mit grossem Aufwand einer sorgfältigen Renovation unterzogen. Wir möchten den Psychologischen Club und sein Domizil an der Gemeindestrasse 27 in bestmöglichem Zustand an kommende Generationen weitergeben. Das herrschaftliche Haus ist in die Jahre gekommen und bedurfte der dringenden Renovation. Das Haus steht unter Heimatschutz. Deshalb fand im Jahre 2012 eine behutsame Erneuerung statt, die einerseits das Bestehende und Kostbare bewahrt, andrerseits aber die Räume den heutigen Bedürfnissen anpasst und modernisiert hat. Der Grösse des Hauses entsprechend fielen beträchtliche Renovationskosten an. Es waren vor allem zwei Sponsorinnen, die hier nicht genannt werden wollen, die uns den Umbau ermöglicht haben. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Unser Dank geht aber auch an alle übrigen, die uns in irgendeiner Form unterstützt haben. Ein solches Werk kann nur im Zusammenwirken Vieler entstehen.

Im selben Jahr (2012) ist es uns gelungen, den Club von den Steuern zu befreien. Um dieses Ziel zu erreichen mussten wir zunächst die Stiftung Psychologischer Club Zürich gründen. Der Zweck der Stiftung ist die „Pflege der psychologischen Wissenschaft auf der Grundlage der Analytischen Psychologie nach C.G. Jung, insbesondere durch das Betreiben und Verwalten einer Wirkungsstätte mit möglichst grosser schweizerischer und internationaler Ausstrahlung.“ Mit diesem Schritt sind zwei sehr unterschiedliche Bereiche voneinander getrennt worden, was die Arbeit sowohl des Clubs als auch der Stiftung wesentlich vereinfacht: Die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen und Seminaren sowie die Führung der Bibliothek und des Clubarchivs für Forschungen über die Anfänge der Analytischen Psychologie auf der einen und die Verwaltung und Erhaltung des Clubhauses auf der andern Seite.

Wir denken, dass der Psychologische Club als einer der Ursprungsorte der Analytischen Psychologie für die weltweite Entfaltung der Jungschen Psychologie eine wichtige Funktion ausübt. Fast ein Jahrhundert ist vergangen, seit C.G. Jung den Club gegründet und am Roten Buch gearbeitet hat, an diesem „Urstoff für ein Lebenswerk“, wie er letzteres in den Erinnerungen bezeichnet hat. Es wird aber wohl noch einige Generationen benötigen, um diese Knospe zur vollen Blüte zu bringen. Dafür wollen wir uns in dem uns möglichen Rahmen einsetzen.

Im Namen des Vorstands
Dr. Andreas Schweizer
Präsident Psychologischer Club Zürich
Im Februar 2016


 

C. G. Jung

 

Präsidentinnen und Präsidenten
des Psychologischen Clubs

Emma Jung  1916-1920
Dr. Eugen Schlegel  1920-1921
Dr. Hans Trüeb  1921-1924
Hermann Sigg  1924-1926
Lulu Mäder  1926-1928
Tony Wolff  1928-1945
Dr. C.A. Meier  1945-1952
Cornelia Brunner  1952-1977
Dr. Ignaz Tauber  1977-1984
Prof. Dr. Werner Brunner  1984-1988
Dr. Alfred Ribi  1988-2006
Dr. Andreas Schweizer 2006-         
   

Emma Jung, die erste Präsidentin
des Psychologischen Clubs

 

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